Kreativwettbewerb projekteuropa 2015_2016

projekt_europa 2015_2016

projektEuropa – Kreativwettbewerb 2015_2016

Im Schuljahr 2015/16 widmet sich  projekteuropa mit dem Titel mitSTIMMEN - mitGESTALTEN.

Schule lebt Demokratie dem Themenschwerpunkt “mit kultureller Bildung Demokratie gestalten!“

Im Mittelpunkt stehen dabei künstlerische und kreative Projekte und Arbeitsansätze, die Kinder und  Jugendlich im schulischen Kontext für gesellschaftliche und soziale Themen sensibilisieren und ihre Persönlichkeitsentwicklung unterstützen.

 

 

 

Themenfindung

Mehr als 40 Jahre war der Pausenhof unseres Schulgeländes durch eine grüne Hecke begrenzt, die im letzten Jahr einem Zaun aus Stahl weichen musste, über dessen Notwendigkeit sich die Gemüter streiten.

 

Die Optik und die Abmessungen des Zaunes erinnerten anfangs an einen Gefängniszaun oder einen Zwinger. Die aktuelle Flüchtlingsdebatte weckte neue Assoziationen: Unser Zaun sieht bedrohlich aus wie ein Grenzzaun. 

Projektverlauf

In einer Sozialen Lernstunde wurden die SchülerInnen an das Thema herangeführt:

Sie sahen einen Film, in dem eine Jugendliche aus Afghanistan die Beweggründe für ihre Flucht, ihre Erlebnisse auf der Flucht und ihre Zukunftsträume in sehr einfühlsamer Weise schildert.

 

Impulsfilm:

http://www.ardmediathek.de/tv/EinMomentDerBleibt/Benafsha-Asadi-aus-Afghanistan/NDR-Fernsehen/Video?documentId=31944906&bcastId=31938368

 

Dem Film folgte eine intensive Arbeitsphase, in der sich die SchülerInnen dem Thema „Flucht  und  Grenzzäune“ aus unterschiedlichen Gesichtspunkten näherten. Unsere Schule besuchen  auch Flüchtlingskinder aus Syrien und Afghanistan, so dass der Bezug zum Thema durchaus gegeben war. Im  GW-Unterricht wurden das Abkommen von Schengen und die Problematik der Sicherung der EU-Außengrenze thematisiert, so wie die Wege der Flüchtlinge auf der Landkarte verfolgt.

 

 

Gruppe A Installation am Schulzaun: Sprachrohr für Flüchtlinge

Gruppe A suchte Antworten auf die Fragen:

 

·        „Was veranlasst Menschen, ihre Heimat zu verlassen?“

·        „Welche Erwartungen haben sie an ihr zukünftiges Leben?“

Aufgabe dieser Gruppe war es, eine Installation zum Thema „ Sprachrohr für Flüchtlinge“ am Schulzaun zu errichten.

Künstlerische Umsetzung

·        Die SchülerInnen übertrugen ihre Körperkonturen auf eine durchsichtige Folie.

·        Die menschlichen Gestalten ließen wir aus  Wörtern entstehen. Jede dargestellte Person erzählt die  Geschichte eines jugendlichen Flüchtlings. Die traurigen Schicksale stimmen nachdenklich und lassen Empathie für die Menschen in Not aufkommen. Entsprechend der Farbsymbolik wählten wir schwarz als Schriftfarbe. Durch die Verwendung  von unterschiedlichen Schriften und Schriftstärken heben sich die Personen voneinander ab. 

·        Der Hintergrund wurde mit verschieden farbigen Wörtern beschrieben, die die Hoffnungen der Flüchtlinge an ihr neues Leben in Europa symbolisieren. Bunt deshalb, weil wir Farben mit positiven Gedanken und Gefühlen besetzen.

·       Die fertige Arbeit befestigten wir am Schulzaun. Eine Person ist nur durch eine Umrisslinie dargestellt.

Die leere Binnenfläche soll von Passanten und der Bevölkerung von Vils (Aufruf in der Lokalzeitung) beschrieben werden. Damit reihen sich die BetrachterInnen in die Gruppe der Flüchtlinge ein und werden mit der Frage konfrontiert: „Was müsste geschehen, damit ich meine  Heimat verlassen und Grenzzäune durchbrechen würde?“

Mit unserer Installation verleiten wir den Betrachter dazu, sich in die Gefühlswelt von Menschen auf der Flucht hinein zu versetzen. Er soll sich bewusst werden, dass die meisten Flüchtlinge nicht aus „Jux und Tollerei“ ihre Freunde, ihre Familien und ihre Heimat aufgeben.

Im Verlauf des Projektes war es uns ein Anliegen, neben der Angst der Flüchtlinge auch die Angst der hiesigen Bevölkerung anzusprechen.

Unsere Mitschülerin Sina brachte uns auf die Idee, in Form einer Spontanaktion unter dem Motto „Solidarität leben – Angst nehmen“ ein Foto zu gestalten, um auf die psychische Ausnahmesituation von Flüchtlingen hinzuweisen. Sie präsentierte vor den Semesterferien die Projektarbeit, die sie in der Gruppe für Interessen- und Begabungsförderung erarbeitet hatte. Sie setze sich in ihrer Arbeit mit dem Bild „Der Schrei“ von Edvard Munch auseinander.

Im BE-Unterricht erfuhren wir, dass Edvard Munch in diesem Bild seine Existenzangst zum Ausdruck brachte. Das Gesicht der Figur ist vom Schrecken gezeichnet, der Mund weit aufgerissen. Sie schreit ihre ganze Verzweiflung in die Welt hinaus. Wir entdeckten erstaunliche Parallelen zwischen den Flüchtlingsbildern in den Medien und Munchs „Der Schrei“.

In Anlehnung an Munchs Bild stellten wir Angst-Masken her. Diese setzten wir uns auf. Mit unseren Körpern bildeten wir einen Maschendrahtzaun, um auf die Verzweiflung der Menschen vor geschlossenen Grenzen hinzuweisen. Das Ergebnis hielten wir in einem Foto fest

 

Installation Sprachrohr für Flüchtlinge

Wandzeitung Chronologie der Flüchtlingskrise

     Gruppe B sammelte  über einen längeren Zeitraum  Artikel zur Berichterstattung über das Thema Flucht in der Tiroler Tageszeitung. Ihre Aufgabe war, Zeitungsartikel gezielt nach Beiträgen zur Flüchtlingsproblematik zu durchsuchen.

·        Schlagzeilen und Bildmaterial wurden ausgeschnitten.

·    Die Schlagzeilen wurden chronologisch geordnet und hinsichtlich Inhalt verglichen. Es galt herauszufinden, inwieweit sich die Haltung gegenüber den Flüchtlingen in diesem Zeitraum verändert hat.

 

Künstlerische Umsetzung: Gestalten einer Wandzeitung

Die Auswertung der Zeitungsberichte führte uns zu folgenden zentralen Themen:

o   Errichtung von Grenzzäunen zur Lösung der Flüchtlingsproblematik

o   Berichtbestattung über die Not der Flüchtlinge

 

Die Idee, aus den gesammelten Überschriften und Bildern eine Wandzeitung in Form einer Litfaßsäule entstehen zu lassen, war geboren. Als Litfaßsäule diente ein großer bemalter Möbelkarton – Platz für vier Seiten einer Zeitung. Eine besondere Herausforderung war das Layout.

Eine Seite gestalteten wir mit Bildern und Texten zum Thema „Flucht übers Mittelmeer“ und stellten sie unter das Motto „Arche Noah 2016“. Hier platzierten wir bewusst das Pressefoto des Jahres 2015,  das als „Hoffnungsträger“ gesehen werden kann.

Zwei weitere Seiten unserer „Zeitung“ beklebten wir mit Schlagzeilen und Bildern aus der Tiroler Tageszeitung und reihten die Beiträge chronologisch.

 

Die vierte Seite nutzten wir für eine Timeline, die in ein Fragezeichen mündet. Unsere Zeitung endet am 07.03.2016 mit der Schlagzeile „Flüchtlinge im Niemandsland“, womit sich der Kreis schließt.

Wandzeitung Chronologie der Flüchtlingskrise

Grenzenlos denken - grenzenlose Gedanken

  Gruppe C beschäftigte sich im Deutschunterricht mit der Wortfamilie „Zaun“. Unter dem Motto „grenzenlos denken – grenzenlose Gedanken“ ließen sie ihrer Fantasie im Hinblick auf Grenzzäune freien Lauf und notierten Wörter, die ihnen in den Sinn kamen. Sie fanden heraus, dass das Wort „Zaun“ sowohl positiv als auch negativ besetzt sein kann.

Künstlerische Umsetzung

· In weiterer Folge  gestalteten die SchülerInnen im Informatikunterricht digitale Bilder. Sie bedienten sich einfacher Zeichenprogramme und durften auch Bilder aus dem Internet verwenden, wobei auf die Problematik des Urheberrechts hingewiesen wurde.

·        Die im Deutschunterricht gefundenen Wörter mussten in die Bilder integriert werden.

Grenzenlos denken - grenzenlose Gedanken