6. Dezember

Heute feiern wir den Nikolaustag. Und deshalb hören wir heute eine außergewöhnliche Geschichte dieses Mannes:

Ich stelle mich als Erstes einmal vor. Jeder kennt mich unter dem Namen Nikolaus. Doch ich wurde als Nikolausius Klausus am 6. Dezember 1460 in Italien geboren. Seit meiner Geburt lebe ich in Venedig. Da ich aus einer wohlhabenden Familie komme, trage ich meist edle Klamotten aus Seide. Schon immer war ich groß und stämmig. Leider sind meine zwei kleinen Geschwister schon früh verstorben. Trotzdem bin ich ein lebenslustiger Mensch. Mit 21 Jahren fasste ich mir Mut und brach aus meinem Elternhaus aus, um die große, weite Welt zu erforschen. Als Erforscher der Welt kann man natürlich keine ordentliche Frisur haben. Deshalb stehen meine Haare in alle Richtungen. Ein buschiger Bart ziert mein männliches Kinn. Ich esse für mein Leben gern, darum habe ich einen prallen Bauch. Da ich sehr gläubig bin, trage ich stolz immer ein Kreuz aus Holz um den Hals. Mein größtes Hobby ist es in die Kirche zu gehen, um stundenlang zu beten. Ein weiteres Hobby ist, mich mit meinen Freunden zu treffen, um Karten zu spielen. Der treueste und beste Freund ist Christoph Kolumbus, mit dem ich für mein Leben gern Poker spiele. Außerdem liebe ich es, anderen Leuten zu helfen.

Eines Tages bat mich mein treuester Freund Christoph, mit ihm auf Seereise zu gehen. Er wollte einen Seeweg nach Indien finden. Liebend gern wollte ich ihn begleiten, durch meine Seekrankheit war es leider unmöglich für mich. Doch ich wollte ihn nicht enttäuschen, deshalb verabschiedete ich mich im Hafen von ihm. Ich war sehr niedergeschlagen, um nicht zu sagen rührselig, ich wusste ja nicht, ob er wiederkommen würde. Ich fasste wieder Mut, um weiterhin glücklich zu sein wie immer. Sechs Tage nach seiner Abreise merkte ich, wie traurig und einsam die Familien ohne ihre Männer waren. Diese befanden sich ja mit Kolumbus auf dem Schiff. Besonnen beschloss ich, diesen Leuten eine kleine Freude zu machen und verkleidete mich. Ich trug einen roten Mantel und dazu schwarze Lackstiefel. Es bereitete mir große Freude, den Kindern Geschenke zu bringen. Von diesem Tag an war es eine Tradition, dass am 6. Dezember der Nikolaus kommt. Sehr engagiert versuchte ich das Passende für jeden zu finden. Alle Kinder fanden mich sofort sympathisch.

Wenn ich hin und wieder mit Kolumbus Karten spiele, kann ich sehr ehrgeizig sein und ich werde richtig herrisch, wenn Christoph mal wieder behauptet, das ich geschummelt hätte. Hingegen werde ich ganz sanft, wenn ich Kinder glücklich sehe. Großzügig wie ich bin, lasse ich Christoph meistens gewinnen. Aber das Schönste der Welt ist es für mich, Kinder mit leuchtenden Augen zu sehen, wenn ich sie beschenke.

Ich hoffe, diese Tradition, dass der Nikolaus kommt, bleibt bis in alle Ewigkeit bestehen!

Sina Rieger